Rheinische Post, Lokalseite B 6, 11.9.2004
Vier OB-Kandidaten diskutierten über Kultur (am
9. September 2004) (ri)
Zur "Chefsache" wollten alle vier OB-Kandidaten
der im Rat vertretenen Fraktionen die Kulturpolitik machen. Das
hoben Stefan Wimmers (CDU), Norbert Bude (SPD), Karl Sasserath
(Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Anno Jansen-Winkeln (FDP) gleich
zu Beginn ihrer Statements zur Kulturpolitik hervor. Angetreten
waren die Kandidaten im Offenen Kulturzentrum BIS auf Einladung
des Stadtkulturbundes. Dabei, so vernahmen's die 90 Besucher der
Podiumsdiskussion, liegen die persönlichen Einschätzungen der
"Elefantenrunde" nicht allzu weit auseinander. Ob nun ein Kandidat
(Bude) Kultur als "harten Standortfaktor" für die Entwicklung
einer Stadt begreift oder als "weichen Standortfaktor" (Wimmers)
- wichtig sei ein funktionierendes Kulturleben allemal, da war
kein Dissens. Als erster "störte" der FDP-Kandidat Anno Jansen-Winkeln
die Harmonie der Talkrunde, die von der Journalistin Sabine Hänisch
moderiert wurde: "Es wäre gelogen zu behaupten, dass aus der Kultur
ein businessmäßiger Effekt zu erzielen sei", meinte der Liberale,
der bekannte, er sei schon froh, wenn das Niveau kultureller Versorgung
künftig gehalten werden könne. CDU-Kandidat Wimmers warnte davor,
"Sport und Kultur gegeneinander auszuspielen". Am Beispiel des
Art Saturday zeigte der Stadtbezirk-Mitte-Vorsteher Entwicklungspotenzial
bei der Kunstförderung durch Sponsoring und der Verbindung von
Kunst und Innenstadtleben auf. Bude (SPD) erwähnte den "gelungenen
Einstand" der Reihe "Jazz in der Kirche" für neue, kreative Wege
der Vermittlung von Kultur. Und Sasserath (Grüne) schlug einen
Kulturentwicklungsplan vor, parallel zu wirtschaftspolitischen
Stadtentwicklung, und einen MG-Kulturpreis. Nahezu einig waren
sich die vier in ihrer Ratlosigkeit, was aus dem ehemaligen Schauspielhaus
wird. Das Projekt Theatertor liegt auf Eis.