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"Kulturentwicklung ist auch Stadtentwicklung"
Für Mönchengladbach als unverwechselbares Oberzentrum am Niederrhein geht es dabei um Fortentwicklung ihrer charakteristischen Stärken und Schwerpunkte. Bei der bekannten problematischen Haushaltslage der Stadt ist die Erfüllung der kulturellen Aufgaben nur unter Verständigung über mittel- und langfristige Ziele möglich, damit durch punktgenaue Finanzierung das Wichtige gefördert werden kann, anstatt das Wenige mit der Giesskanne ohne Nutzen zu verteilen. Mönchengladbach braucht einen nachvollziehbaren Orientierungsrahmen, der innerhalb der Stadt für eine positive Aufbruchstimmung und für das Einverständnis der Bürger mit ihrer Stadt sorgen kann. Diesen Orientierungsrahmen schaffen die Ergebnisse des Projektes Mönchengladbach 2030 sowie die Entwicklung des Leitkorridors und der Szenarien als Grundlage des weiteren Handelns. Hier ist der volle Wortlaut der Ansprache von Oberbürgermeister Norbert Bude:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich darf Sie recht herzlich zum heutigen Diskussionsabend hier im Museum Abteiberg zum Thema "Kultur als Baustein der Stadtentwicklung Mönchengladbach" begrüßen und mich beim Vorsitzen-den des Stadtkulturbundes, Herrn Karl Boland, für die Einladung bedanken. Zuvor möchte ich mich auch bei Frau Susanne Titz für die kurze und informative Themenführung durch die Sammlung Rheingold III bedanken. Der Rundgang durch die Ausstellung hat gezeigt, dass wir mit dem Muse-um, seinen neuen Partnern und vor allem natürlich auch mit Frau Titz auf dem richtigen Weg sind, das Potenzial dieses Hauses seinem internationalen Ruf entsprechend weiter auszuschöpfen, um neue Besucherkreise zu erschließen.
Immer mehr Städte haben in den letzten Jahren erkannt, dass gerade der Kulturbereich ein beson-deres Potenzial in sich birgt. Weil Kultur in unterschiedlichem Maße alle menschlichen Lebensberei-che durchdringt, ist sie als Indikator für Lebensqualität wichtiger Faktor im Wettbewerb der Städte und Regionen um Einwohner, Unternehmen und Touristen. Demnach ist Kultur ganzheitlich im städtischen Zusammenhang zu betrachten und als einer der Motoren für den gesamtstädtischen Fortschritt weiterzuentwickeln. Um es kurz zu sagen: Kulturentwicklung ist vor allem auch Stadt-entwicklung.
Dennoch darf nicht außer acht gelassen werden, dass vor dem Hintergrund der äußerst problemati-schen Haushaltslage - nicht nur in unserer Stadt - nicht alles gefördert werden kann, was vorstell-bar - möglichweiser auch wünschbar - ist. Das zeigen die derzeitigen Haushaltsberatungen zum Haushalt 2005. Deshalb ist eine Verständigung über kulturelle Aufgaben und Ziele in einem perma-nenten Abwägungsprozess um so notwendiger. Der Erhalt kultureller Grundversorgung steht hier nach meiner Ansicht ganz obenan. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass anstelle einer brei-ten Streuung von immer geringeren Mitteln, die im übrigen am Ende alle Institutionen bedroht, besser die Ressourcen gebündelt werden. So haben wir die Chance, charakteristische Stärken und Schwerpunkte unserer Stadt fortzuentwickeln, ohne allerdings die Vielfalt als wichtiges Qualitäts-merkmal städtischen Kulturlebens einzuschränken.

Mit dem Projekt "Mönchengladbach 2030" hat sich unsere Stadt in einem ersten Schritt der Ver-antwortung für eine nachhaltige Gestaltung ihrer Zukunft gestellt. Die Entscheidung, einen Leitkor-ridor und Szenarien als Grundlage weiteren Handelns zu entwickeln und öffentlich zu diskutieren, erfüllt zum einen das Bedürfnis nach einem nachvollziehbaren Orientierungsrahmen. Zum anderen sorgt eine solche inhaltlich definierte, zukunftsorientierte Profilierung innerhalb der Stadt für eine positive Stimmung des Aufbruchs und ein größeres Identifikationspotenzial der Bürger. Außerhalb der Stadt wiederum eröffnet dies die Chance, Mönchengladbach als unverwechselbares Oberzent-rum einer lebendigen Region stabil zu positionieren.
Für den Erfolg der im Rahmen von Mönchengladbach 2030 erstmals
angestoßenen umfassenden Leitbildentwicklung ist es von großer
Bedeutung, dass sich die Akteure aller öffentlich relevanten Bereiche
über ihre jeweiligen mittel- und langfristigen Ziele verständigen.
Dies gilt insbesondere für jene Kernbereiche, die das städtische Profil
- nach innen wie nach außen - am wesentlichsten prägen: Stadtstruktur
und Architektur, Landschaft, Wirtschaft, Sport, Bildung und - Kultur.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
konzeptionelle Diskurse wie sie derzeit beispielsweise im Kulturdezernat geführt werden, arbeiten verlässliche und transparente Kriterien für die Entscheidung über zukünftige Kulturentwicklung deutlich heraus. So wird zum einen für die vom aktiven Bürger eingeforderte bessere Transparenz der politischen Entscheidungsprozesse gesorgt. Zum anderen wird ein Orientierungsrahmen ge-schaffen, der ebenso die gemeinschaftlich produktive und konzentrierte Verfolgung der Ziele er-laubt und eine prozesshafte Dynamik schafft.
Einen solchen Diskurs führen auch Sie am heutigen Abend, und aus diesem Grunde bin auch gerne Ihrer Einladung gefolgt, einige Sätze dazu zu sagen. Ich bin in dieser Stadt angetreten mit dem Versprechen, ebensolche Diskurse aktiv zu begleiten und zu fördern und damit eine neue Kultur des Miteinanders in Mönchengladbach zu begründen.
Ich wünsche Ihnen für den heutigen Abend spannende Diskussionen. Ein kreatives Umfeld haben Sie ja bereits mit unseren Museum Abteiberg erfolgreich gesucht und gefunden.

Recht herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Vereinigung von freien Kulturinitiativen und Kulturfreunden in Mönchengladbach

Stadtkulturbund Mönchengladbach e.V.
c/o Karl Boland - Braunsstraße 16
41063 Mönchengladbach